KiAP-AG NIEDERSACHSEN Landesarbeitsgemeinschaft für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien
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Über uns

Kontaktperson

Pflege-/Adoptiveltern und Fachleute, die sich für das Wohl von Pflege- und Adoptivkindern einsetzen, haben sich in Hannover zur Gründung der KiAP AG Niedersachsen zusammen gefunden. Erfreulich ist, dass innerhalb kürzester Zeit viele interessierte Teilnehmer und Teilnehmerinnen für diese Arbeit gewonnen werden konnten. Selbst finanzielle Unterstützung für die geplanten Projekte wurde schon in Aussicht gestellt. Am Tag der Gründung im August 2011 wurden die Themenschwerpunkte festgelegt und Formelles wie Beitragsordnung und Satzung verabschiedet.

Irm Wills
Tel. 05561 98 28 67

FAX 05561 98 28 66

wills@kiap.de

Begrüßungsschreiben von Frau Zwernemann, der ersten Vorsitzenden der BAG KiAP
(Bundesarbeitsgemeinschaft für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien e.V.)

Liebe Gründungsmitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien (KiAP)!

Ich freue mich, dass Sie am 21.08.2011 miteinander überlegen, was Sie zur Verbesserung der Situation der Adoptiv- und Pflegefamilien in Niedersachsen und auf Bundesebene tun können und bin fest entschlossen, zu der Gründungsversammlung zu kommen, um mit Ihnen über die Inhalte unserer Arbeit und die Form der Zusammenarbeit auf Orts-, Länder- und Bundesebene zu diskutieren.

Vielleicht erzähle ich Ihnen zuerst einfach einmal, wie die Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft KiAP in Baden Württemberg verlaufen ist. Wir waren drei Vorstandsmitglieder der Pflegeelternschule - Akademie für Pflegefamilien und Fachkräfte Baden Württemberg e.V., die in der praktischen Arbeit sahen, dass Pflegefamilien sich oft allein gelassen fühlen. Wir hatten Pflegeeltern und Fachkräfte angesprochen und wir konnten zunächst acht Mitglieder für die Gründungs-versammlung gewinnen. Diese hatten auf Ortsebene daraufhin kleine Initiativen gegründet und viele von den Mitgliedern hatten bereits eine Beistandsausbildung in der Pflegeelternschule absolviert. So ergab es sich fast beiläufig, dass sie vor Ort als Beistände eingesetzt werden konnten. Aus dieser Beistandsarbeit ergab es sich, dass diejenigen, die Hilfe erhalten hatten, auch Mitglieder wurden. Es kamen auch drei Gruppen, die bis dahin keiner Bundesvereinigung angehört hatten, zu guten Bedingungen in die KiAP. Jetzt haben wir etwas mehr als 70 Mitglieder.

Gleichzeitig zu diesen Bemühungen gründeten wir eine Landesarbeitsgemeinschaft mit einem neuen Vorstand von Pfad und der Pflegeelternschule, sodass wir nach außen in politischen Fragen gemeinsam auftreten konnten. Dies war ein Glücksfall, der bis jetzt auf Bundesebene leider noch nicht gelungen ist. Die Beistandsausbildung besteht in Baden Württemberg seit ca. 10 Jahren und dauert sieben Wochenenden, die wir jeweils mit Kinderbetreuung in einer Jugendherberge für das ganze Land anbieten. Da ich als Referentin bei der Entwicklung der Konzeption maßgeblich mitgearbeitet habe, entwickelte ich aufgrund der beruflichen Erfahrung und der Erfahrung in den Seminaren das „Praxisbuch Pflegekinderwesen“, das wir als Arbeitsgrundlage für die Seminare benutzen. Für diese Arbeit, die von der Stiftung zum Wohle des Pflegekindes und jetzt auch von der „Aktion Mensch“ unterstützt wird, erhielten wir im letzten Jahr den Förderpreis der Stiftung, mit dem Wunsch verbunden, dass wir die Erfahrungen auch für andere Bundesländer zur Verfügung stellen.

Jetzt habe ich aber genug Lobeshymnen gesungen. Der Sinn ist, Ihnen Mut zu machen, dass aus kleinen Anfängen bei entsprechendem Engagement viel bewegt werden kann. Schön ist es zu erleben, dass jeder andere Fähigkeiten hat und wenn darauf geachtet wird, dass niemand überfordert wird, macht die Arbeit wirklich Freude. Ich z.B. könnte ohne den Einsatz von Irm Wills auf Bundesebene die Arbeit nicht bewältigen. Ich bin überzeugt, dass Irm Wills der Gruppe hilft, dass eine gute inhaltliche Arbeit geleistet wird. Dazu braucht es eines guten Miteinanders. Das ist die Chance eines Neuanfangs, dass alte Wege gegangen werden und neue gesucht werden.

Was auf Bundesebene politisch geleistet wird, ist im Augenblick eine starke Herausforderung. Irm Wills wird Ihnen sicher über die Bestrebungen der Bundesregierung zu der ersatzlosen Streichung der Sonderzuständigkeit für Pflegekinder berichten. Da ist es wichtig, mit den örtlichen Abgeordneten und den Kommissionen Überzeugungsarbeit zu leisten. Leider sind sich die Pflegeeltern-verbände in dieser Frage im Gegensatz zu dem Jahr 2003 nicht einig. Die Stellungnahme können Sie im Internet ausdrucken oder bei Irm Wills anfordern. Schön wäre es, wenn Sie bei Ihren Abgeordneten in den Wahlkreisen zusammen mit unserer Stellungnahme um ein Gespräch bitten könnten.

Ein weiteres politisches Thema ist die Mithilfe bei den Forderungen nach kontinuitätssichernden Maßnahmen im BGB von Herrn Prof. Dr. Ludwig Salgo und Frau Prof. Dr. Dr. Gisela Zenz. Die BAG plant ein Projekt zur Ausbildung von Pflegeeltern als Vormünder und die Unterstützung von regionalen Gruppen in dieser Frage. Auch über die besonderen Anforderungen von Besuchsbegleitern bei Pflegekindern gibt es einen Arbeitskreis mit dem Kinderschutzbund auf Bundesebene. Jetzt habe ich viel erzählt und ich hoffe, Ihnen bald persönlich begegnen zu können. Zur Begrüßung schenke ich jedem Gründungsmitglied mein Praxisbuch Pflegekinderwesen. Es kann für die Arbeit in Ortsgruppen zu verschiedenen Themen recht nützlich sein.

Ich wünsche ein gutes Gelingen und freue mich, Sie in Hannover kennen zu lernen.

Herzliche Grüße

Paula Zwernemann
15. August 2011